Windows fällt erstmals seit Jahren unter 60 % Desktop-Marktanteil

Windows fällt erstmals unter die 60-Prozent-Marke im Desktop-Markt

Windows verliert weiter an Boden: Laut den aktuellen StatCounter-Zahlen lag Microsofts Betriebssystem im Juni 2026 erstmals seit Jahren unter der Marke von 60 Prozent beim weltweiten Desktop-Marktanteil. Der gemessene Anteil liegt bei 56,55 Prozent.

Die Zahl ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Windows den klassischen PC-Markt über Jahrzehnte dominiert hat. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass der Desktop-Markt vielfältiger geworden ist und sich die Nutzung zunehmend auf mehrere Plattformen verteilt.

Die aktuellen Marktanteile

Nach den StatCounter-Daten für Juni 2026 ergibt sich folgendes Bild:

Windows bleibt damit weiterhin das mit Abstand meistgenutzte Desktop-Betriebssystem. Gleichzeitig konnte Apple seine Position mit macOS deutlich ausbauen, während Linux einen der höchsten gemessenen Werte seiner Geschichte erreicht.

Warum verliert Windows Marktanteile?

Der Rückgang von Windows hat wahrscheinlich mehrere Ursachen. Einen einzelnen Auslöser gibt es nicht.

Ein Faktor ist der Übergang zu Windows 11. Die gestiegenen Hardware-Anforderungen haben dazu geführt, dass viele ältere Rechner offiziell nicht mehr unterstützt werden. Einige Nutzer entscheiden sich deshalb gegen ein Upgrade und suchen nach Alternativen.

Auch die zunehmende Kritik an Microsofts Strategie spielt eine Rolle. Themen wie Cloud-Integration, Online-Konten und Datenschutz sorgen bei einem Teil der Anwender für Unzufriedenheit.

Gleichzeitig hat sich Linux technisch weiterentwickelt. Systeme wie Ubuntu, Fedora, Linux Mint oder openSUSE bieten heute ausgereifte Desktop-Umgebungen, eine bessere Hardware-Unterstützung und eine einfache Software-Installation. Besonders der Erfolg des Steam Decks hat Linux-Gaming stärker ins öffentliche Bewusstsein gebracht.

Linux wächst langsam, Apple bleibt vorerst vorne

Trotz des Wachstums von Linux geht der größte Teil der verlorenen Windows-Anteile offenbar nicht an die Open-Source-Plattform. Apple bleibt der größte Gewinner und liegt mit macOS weiterhin deutlich vor Linux.

Das zeigt, dass Nutzer unterschiedliche Wege einschlagen: Während einige auf Linux wechseln und mehr Kontrolle über ihr System wünschen, entscheiden sich andere für Apple-Hardware und ein geschlossenes Ökosystem.

Linux bleibt damit eine kleinere Desktop-Plattform, gewinnt aber zunehmend Aufmerksamkeit bei technisch interessierten Nutzern, Entwicklern und Spielern.

Was StatCounter tatsächlich misst

Bei den Zahlen von StatCounter handelt es sich nicht um eine direkte Messung aller installierten Betriebssysteme. Der Dienst wertet Webzugriffe von Webseiten aus, die den StatCounter-Tracking-Code verwenden.

Die Werte zeigen daher vor allem die Nutzung von Geräten im Internet und nicht exakt die Verteilung aller vorhandenen Computer. Trotzdem sind die Daten über längere Zeiträume vergleichbar und geben Hinweise auf Trends im Desktop-Bereich.

Fazit

Windows bleibt auch 2026 das führende Desktop-Betriebssystem. Der Rückgang unter die 60-Prozent-Marke bedeutet jedoch, dass Microsofts jahrzehntelange Dominanz nicht mehr ganz so selbstverständlich ist wie früher.

Apple hat sich als starke Alternative etabliert, während Linux langsam aus seiner Nische herauswächst. Für Nutzer bedeutet diese Entwicklung vor allem mehr Auswahl und genau diese Vielfalt könnte langfristig der wichtigste Wandel im Desktop-Markt sein.