OpenMandriva ROME 26.09: Frische Images nach einer holprigen Phase
OpenMandriva hat ROME 26.09 veröffentlicht, ein Set aktualisierter Installationsimages für die Rolling-Release-Edition. Das letzte ROME-Release liegt eine Weile zurück. Das Team nennt drei Gründe: fehlende Zeit, einen Sabotageversuch gegen die Distribution und technische Probleme. Rolling-Release-Nutzer haben während der Lücke Updates bekommen, aber die Installationsimages werden erst jetzt nach ausführlichen Tests ersetzt.
malloc, PGO und LTO
Die glibc in ROME 26.09 unterstützt austauschbare malloc-Implementierungen. Die richtige Wahl kann die Performance um bis zu 20 Prozent verbessern. Dieses Release liefert die Infrastruktur, künftige Releases sollen optimale malloc-Implementierungen für ausgewählte Schlüsselanwendungen automatisch konfigurieren.
Der Paketmanager wechselt auf RPM 6.1.0. OpenMandriva hat ihn um eine neue optionale %pgo-Sektion in Spec-Dateien erweitert, die Profile-Guided Optimization leichter anwendbar macht. Eine Reihe von Paketen nutzt das bereits, und fast alle Pakete werden mit aktiviertem LTO gebaut. Der Standard-Compiler ist jetzt LLVM/Clang 23, daneben gibt es GCC 16.2.0. Ein Konflikt zwischen compiler-rt und libgcc_s, der bei manchen Anwendungen zu Abstürzen führen konnte, wurde behoben.
Desktops und Browser
Plasma 6.7.5, KDE Gear 26.08.1, GNOME 50.3, Xfce 4.20.x und LXQt 2.4.0 kommen mit diesem Release. MATE 1.28 hat Bugfixes und eine experimentelle Wayland-Session bekommen. Aktualisierte Window Manager sind unter anderem Hyprland 0.56.2, COSMIC 1.7.0, niri, sway 1.12, i3 4.25.1 und IceWM 4.1.0.
Der Helium-Browser ersetzt ungoogled-chromium als Standard in den Plasma- und LXQt-Editionen. Helium basiert auf ungoogled-chromium, stellt aber einige Funktionen wieder her, die beim Ent-Googeln entfernt wurden, und bleibt dabei frei von Spyware. OpenMandriva hat außerdem CEF auf Helium als Engine portiert, wodurch OBS Studio jetzt ein CEF-Plugin darauf unterstützt.
Snap-Support
OpenMandriva unterstützt jetzt Snap neben Flatpak und AppImage. Installation:
sudo dnf install snapd
sudo systemctl enable --now snapd
Das Team empfiehlt weiterhin native Pakete als erste Wahl. Die Begründung: native Pakete bedeuten weniger Duplizierung und bessere Integration, und ein Fix in libpng erreicht jede Anwendung, die sie nutzt. Snap-Support gibt Nutzern die Option, mehr nicht.
KI-Tooling und Gaming
Die Repositories führen aktualisierte KI-Anwendungen: llama-cpp 0.4.1, ollama 0.34.3, whisper-cpp 1.9.4, koboldcpp, stable-diffusion.cpp, ComfyUI und mehr. Viele davon nutzen das systemweite GGML 0.24.0 mit GPU-Support über ROCm, Vulkan oder OpenCL. ROCm wurde repariert und auf 10.0.0 aktualisiert, mit Patches für ältere Radeon-GPUs.
Für Gaming ist der Steam-Installer aktualisiert, Proton 11.0 liegt im non-free-Repository neben proton-experimental und Bleeding-Edge-Versionen, und der Stack umfasst DXVK 3.0.2, vkd3d 2.0 und WINE 11.18 mit WoW64-Support.
Kernel und NVIDIA
Der Kernel steht bei 7.2.7, dazu gibt es einen 7.3.0-rc4-Kernel-rc. Alle Kernel gibt es in einer Clang-gebauten Standardversion und einer separaten GCC-Variante. Das offene NVIDIA-Kernelmodul ist direkt in den Kernel gewandert, es fällt also nicht mehr aus dem Takt mit Kernel-Updates. Der proprietäre Treiber steht bei 610.57.04, das offene Modul unterstützt ältere GPUs wie Volta oder Turing nicht.
Bekannte Probleme
Das Cosmic-Installationsimage wurde wegen eines Problems mit dem Login-Manager nicht zusammen mit 26.09 veröffentlicht. Bestehende Cosmic-Nutzer können normal aktualisieren, neue Nutzer können es aus dem Repository installieren. OM-Welcome kann unter Plasma X11 auf manchen NVIDIA-Konfigurationen abstürzen, und das Wayland-LiveISO zeigt in VirtualBox unter Umständen einen schwarzen Bildschirm, solange der Grafikcontroller nicht auf VMSVGA steht.
Download
Installationsimages gibt es auf SourceForge, mit Plasma-X11- und Wayland-Editionen, einer GNOME-Wayland-Edition und Community-Spins für LXQt, MATE und Xfce. Die x86_64-Images kommen in einem generischen Build und einem für AMD-Ryzen-Prozessoren optimierten znver-Build. Für aarch64 gibt es derzeit nur ein Server-Image. Docker-Images liegen auf Docker Hub.