postmarketOS heißt jetzt Nura

Die mobile Linux-Distribution postmarketOS hat einen neuen Namen: Nura. Das Projekt hat die Umbenennung im Mystery-Talk der eigenen Konferenz verkündet und damit einen Auswahlprozess abgeschlossen, der rund anderthalb Jahre dauerte.

Woher der Name kommt

Nura ist eine Abkürzung von Nuraghe, den uralten Granittürmen auf der italienischen Insel Sardinien. Viele dieser Bauwerke entstanden vor über 3000 Jahren und stehen bis heute. Diese Langlebigkeit ist der Punkt: Das Ziel des Projekts war es schon immer, die Geräte, auf denen es läuft, möglichst lange nutzbar zu halten. Ein Name, der Jahrtausende überstanden hat, passt dazu. Eingereicht hat den Namen Davide Depau im Rahmen des Community-Aufrufs für Vorschläge.

Warum überhaupt umbenennen?

Das Team nennt mehrere praktische Gründe. Der alte Name ist lang und in vielen Sprachen schwer auszusprechen und zu merken, was die Öffentlichkeitsarbeit erschwerte. Auch die Groß- und Kleinschreibung war unglücklich: kleines p und m, großes OS. Über die Jahre wurde das Projekt als Postmarketos, PostMarketOS, post-market OS und in weiteren Varianten geschrieben.

Grundsätzlicher: Der Name ist beschreibend, und das wurde zum Nachteil. postmarketOS drehte sich ursprünglich darum, Smartphones ein Leben nach der Marktphase zu geben, aber das Projekt hat diesen Rahmen längst gesprengt. PINE64 hat PinePhones mit vorinstalliertem postmarketOS verkauft, was kaum zur Idee eines Post-Market-Systems passt. Ein beschreibender Name lässt sich außerdem nicht als Marke schützen. Für Nura ist die Markenanmeldung bereits eingereicht, damit kann das Projekt Nutzer vor missbräuchlicher Verwendung des Namens schützen.

Wie der Name gefunden wurde

Die Community hat über 300 Vorschläge eingereicht. Ein Auswahlteam sichtete sie in mehreren Runden und verkürzte die Liste auf vier Kandidaten, die auf problematische Bedeutungen in möglichst vielen Sprachen geprüft wurden. Die finale Entscheidung fiel per Range-Voting im Team, Nura erhielt die höchste Wertung.

Was bleibt, was sich ändert

Das Logo bleibt. Es wurde leicht überarbeitet, mit mehr Abstand zwischen den Pfeilen ist es aus der Distanz besser lesbar, und es ist jetzt mathematisch konstruiert, sodass es jeder reproduzieren kann.

Das neue Zuhause des Projekts ist nura.eco. Die Domain nura.org war vergeben, und der Besitzer wollte sie nicht zu einem vernünftigen Preis verkaufen. Das Team suchte nach Alternativen und landete bei der .eco-Top-Level-Domain. Domains unter .eco sind Organisationen vorbehalten, die sich für positive Veränderungen des Planeten einsetzen, und haben Richtlinien gegen Greenwashing. Das passe gut zur Nachhaltigkeitsmission des Projekts, so das Team.

Für Nutzer ändert sich praktisch nichts. Das Betriebssystem funktioniert wie bisher. Das Umbenennen aller sichtbaren Texte wird eine Weile dauern, deshalb werden Verweise auf postmarketOS noch eine Zeit lang in Dokumentation, Paketen und Webseiten zu finden sein.