Ladybird Browser: Juni-Update bringt Downloads, Verlauf und Sandbox-Sicherheit

Der unabhängige Open-Source-Browser Ladybird hat sein monatliches Juni-Update veröffentlicht. Der Browser, der sich noch in aktiver Entwicklung befindet und auf das erste Alpha-Release hinarbeitet, bekommt damit mehrere Funktionen, die man von einem modernen Browser erwartet.

Datei-Downloads und Verlauf endlich da

Zwei der wichtigsten Neuerungen: Ladybird kann jetzt Dateien lokal speichern. Das Update fügt eine Toolbar-Anzeige laufender Downloads hinzu, ein Popover mit Fortschrittsanzeige, eine eigene About-Seite für Downloads und eine Bestätigungsabfrage beim Beenden während aktiver Downloads.

Der Browserverlauf ist ebenfalls angekommen. Über eine neue About-Seite lässt sich der lokale Verlauf durchsuchen und einzelne Einträge löschen. Rechtsklick oder langes Drücken auf die Vor-/Zurück-Buttons öffnet ein natives Verlaufsmenü mit gespeicherten Seitentiteln und Favicons.

DevTools und Medien-Playback

Für Entwickler gibt es ein neues Storage-Tab in den DevTools. Dort lassen sich Cookies, localStorage, sessionStorage und IndexedDB-Datenbanken einsehen und bearbeiten. Die CSS-Regel-Inspektion zeigt jetzt einzelne Deklarationen hinter berechneten Werten an, inklusive überschriebener und ungültiger Regeln mit funktionalen Quelltext-Links.

Auf der Medien-Seite unterstützt Ladybird nun die Änderung der Abspielgeschwindigkeit. Audio wird dabei zeitgedehnt, sodass die Tonhöhe stabil bleibt.

Standardmäßige Linux-Sandboxing

Die wichtigste sicherheitsrelevante Änderung: Sandboxing ist jetzt standardmäßig aktiviert. Hilfsprozesse laufen auf Linux innerhalb echter Sicherheits-Sandboxes, basierend auf seccomp und Landlock. Auf macOS kommen Seatbelt-Profile zum Einsatz.

Zusätzlich wurde der GPU-Zugriff in den sandboxed Compositor-Prozess verlagert. WebContent-Prozesse benötigen keinen direkten GPU-Zugriff mehr, was die Isolation zwischen Webinhalten und Grafikoperationen verbessert.

JavaScript und WebAssembly

Die LibJS-Engine nutzt jetzt ihren optimierten Assembly-Interpreter auf allen Plattformen. JavaScript-Strings wurden intern auf UTF-16 umgestellt, was die Sprachspezifikation besser abbildet und Konvertierungsaufwand reduziert. WebAssembly GC-Support und Teile des Exception-Handling-Proposal sind ebenfalls in LibWasm gelandet.

Wer Ladybird testen möchte, findet den Quellcode auf GitHub. Der Browser bleibt Open Source, auch wenn öffentliche Code-Beiträge seit Kurzem auf Maintainer beschränkt sind.